Gesundheit

Vermeiden und behandeln: Das hilft bei Sodbrennen am besten

Unangenehmes Sodbrennen – was wirklich dagegen hilft

Die meisten Menschen hatten wohl schon einmal Sodbrennen. Wenn das unangenehme Phänomen nur vereinzelt auftritt, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Dennoch ist es sinnvoll, es zu vermeiden. Bei häufigeren Beschwerden ist es aber ratsam, einen Arzt aufzusuchen und die Ursache zu ergründen.

Immer mehr Deutsche leiden an Sodbrennen

Millionen Menschen in Deutschland leiden an Sodbrennen. Die „Refluxkrankheit“ (Reflux) hat sich in den letzten 40 Jahren von einem eher seltenen Phänomen zu einem der häufigsten Probleme der Gastroenterologie entwickelt, berichtete die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in einer älteren Mitteilung. „Ein wesentlicher Grund für die Zunahme der Erkrankung und ihrer Komplikationen sei, dass immer mehr Menschen zu dick sind“, so die DGVS. Gesundheitsexperten erklären, was bei Sodbrennen hilft.

Sodbrennen ist zwar äußerst unangenehm, doch wenn es nur selten auftritt auch kein Grund zu Sorge. Bei häufigeren Beschwerden sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache zu ergründen. (Bild: Adiano/fotolia.com)

Bei häufigen Beschwerden zum Arzt

Manchmal kommt Sodbrennen wie aus dem Nichts. Und in manchen Fällen hat es eine Vorgeschichte wie zu schweres und zu fettes Essen.

Auch wenn es äußerst unangenehm ist: Anlass zur Sorge bietet Sodbrennen nur, wenn es regelmäßig auftritt.

Betroffene sollten dann einen Arzt aufsuchen, um die Ursache zu ergründen.

Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre

Bei Sodbrennen, das durch den Rückfluss (Reflux) von Mageninhalt in die Speiseröhre entsteht, greift das saure Gemisch aus Magensaft und Speiseresten die Schleimhaut an.

Dadurch kommt es zu den typischen Symptomen: Magendruck, brennende Schmerzen, saures Aufstoßen und Übelkeit.

Das Aufsteigen eines Teils des Mageninhalts zurück in den Rachenraum fühlt sich aber nicht nur unangenehm und zum Teil schmerzhaft an.

Auf Dauer kann die Säure auch tatsächlich andere Körperteile angreifen, insbesondere die Zähne, wodurch Karies wahrscheinlicher wird, erklärt die Krankenkasse HKK auf ihrer Webseite. Und auch Stimmbänder und Rachen werden belastet.

Regelmäßige Heiserkeit, häufig verbunden mit Räuspern und Husten, vor allem am Morgen, können die Folge sein.

Langzeitfolgen können außerdem Entzündungen und Vernarbungen in der Speiseröhre sein – und im Extremfall kann laut der HKK sogar Krebs begünstigt werden.

Laut der Krankenkasse drohen solche Langzeitfolgen insbesondere dann, wenn das Sodbrennen ein Symptom der sogenannten Refluxkrankheit ist.

Von einem Reflux sprechen Mediziner speziell dann, wenn der Schließmuskel, der die Speiseröhre vom Magen trennt, chronisch erschlafft ist.

Bestimmte Faktoren begünstigen Sodbrennen

Es gibt einige Faktoren, die den Rückfluss des Mageninhalts begünstigen. Wenn man diese vermeidet, wird gelegentliches Sodbrennen unwahrscheinlicher. Zudem wird auch der Schließmuskel der Speiseröhre unter Umständen weniger belastet.

Ungünstige Ernährung:
Es kann individuell sehr verschieden sein, was dem Magen gut tut oder nicht. Grundsätzlich gilt jedoch: Zu fettes und reichhaltiges Essen, aber auch Alkohol, kurbeln die Produktion des säurehaltigen Magensaftes an. Ein sogenannter Reizmagen kann aber auch die Folge einer Nahrungsmittelunverträglichkeit sein. Achten Sie deswegen darauf, welche Speisen für Ihren Magen bekömmlich sind, und vermeiden Sie Lebensmittel, die entsprechende Beschwerden begünstigen.

Stress:
Stress ist laut der HKK für den Körper eine Art Alarmzustand, bei dem alle nicht akut notwendigen Körperfunktionen „heruntergefahren“ werden – auch die Verdauung. Infolge einer Stress-Situation kann es dann passieren, dass Speisen zu lange im Magen verweilen und dadurch über das erforderliche Maß hinaus mit dem Magensaft getränkt werden. Das kann ebenfalls zu einem Reizmagen führen.

Medikamente:
Auch Arzneimittel können Sodbrennen auslösen. Zu den Arzneistoffen, die die Säureproduktion im Magen anregen, zählen insbesondere Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (Handelsnamen u.a. Aspirin, Alka-Seltzer, ASS) und Ibuprofen. Wer auf Schmerzmittel angewiesen ist, sollte mit dem Arzt besprechen, inwiefern es ggf. sinnvoll ist, dies mit magenschützenden Medikamenten zu flankieren.

Übergewicht:
Der physische Druck auf den Magen spielt ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Rolle: Je größer der Bauch, desto größer sind auch die Kräfte, die auf die Verdauungsorgane wirken – und entsprechend den Mageninhalt teilweise in die Speiseröhre zurückdrücken können.

Rauchen:
Auch der süchtig machende Stoff Nikotin in Zigaretten schwächt den Schließmuskel der Speiseröhre.

Zudem kann häufiges Sodbrennen die Folge einer Magenschleimhautentzündung sein. Diese hat häufig eine bakterielle Ursache, die entsprechend behandelt werden muss.

Oft liegt der Grund für die Magenbeschwerden jedoch auch bei einem sogenannten Zwerchfellbruch. Dadurch verschieben sich die inneren Organe und es kommt zu einem erhöhten Druck auf den Mageninhalt.

Grundsätzlich gilt: Wenn Sodbrennen regelmäßig auftritt, ist es ratsam, die Symptome ärztlich abklären zu lassen – vor allem dann, wenn Sie keinen direkten Zusammenhang zwischen Ihrer Ernährungsweise, möglichem Alkohol- und Zigarettenkonsum oder auch konkreten Stress-Situationen erkennen können.

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Beschwerden natürlich behandeln

Wie gegen Sodbrennen angegangen wird, richtet sich nach seiner Ursache, der Häufigkeit und der Schwere der Beschwerden.

Auf dem Gastroentereologie-Portal wird unter anderem empfohlen: „Trinken Sie Wasser oder Milch, um die Säure in der Speiseröhre wegzuspülen.“ Oder auch: „Essen Sie eine kleine Portion rohes Sauerkraut, dies kann die Schmerzen lindern.“

Grundsätzlich kann es vielen Betroffenen helfen, ihre Gewohnheiten anzupassen. So sollten etwa Raucher möglichst auf Zigaretten verzichten.

Der Konsum von Alkohol, bestimmten Lebensmitteln wie Schokolade, fettigen oder scharfen Mahlzeiten oder kohlensäurehaltigen Getränken, sollte gegebenenfalls reduziert werden. Zudem sind Übergewicht und Adipositas zu vermeiden.

Auf Essen kurz vorm Schlafengehen wird besser verzichtet. Da Stress ein wesentlicher Auslöser für Sodbrennen ist, bieten sich Entspannungsübungen zum Stressabbau, wie Yoga oder Autogenes Training an.

Weitere Hausmittel bei Sodbrennen sind Methoden zum Verdauung anregen, etwa mithilfe von Schwedenbitter oder durch ausgiebiges Kauen der Nahrung („Fletchern“). (ad)

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