Gesundheit

Von den zehn größten Hotspot-Kreisen in Deutschland liegen sechs in Berlin

Die deutsche Hauptstadt ist derzeit wie kaum eine andere Region von dem rasanten Anstieg der Fallzahlen durch die Omikron-Welle betroffen. Besonders die Jüngeren infizieren sich schnell, die Testkapazitäten sind am Limit. Bürgermeisterin Giffey hält die Lage trotzdem für Beherrschbar.

Von den 12 Stadtbezirken der deutschen Hauptstadt Berlin haben zehn eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 500 Neuninfektionen pro 100.000 Einwohner. Sechs von ihnen gehören zu den zehn größten Hotspots bundesweit. Von Samstag auf Sonntag registrierte die Berliner Senatsverwaltung einen Ansprung der gesamten Berliner Inzidenz auf 685,7. 

Das sind die zehn deutschen Corona-Hotspots

  • Stadt Bremen: 1099,9
  • Stadt Lübeck: 891,8
  • Stadt Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: 885,0
  • Stadt Delmenhorst: 865,8
  • Stadt Berlin Neukölln: 861,8
  • Stadt Berlin Mitte: 801,7
  • Stadt Berlin Tempelhof-Schöneberg: 792,9
  • Stadt Berlin Pankow: 736,3
  • Landkreis Dithmarschen: 722,7
  • Stadt Berlin Spandau: 720,6

Foto: Screenshot RKI Dashboard  

Hohe Inzidenz wegen Nachmeldungen und Omikron

Doch der rasante Anstieg der Berliner Fallzahlen liegt auch am bundesweiten Übermittlungsverzug über Weihnachten und Silvester. Nach den Feiertagen lagen die Inzidenzwerte in Berlin noch unter 300. Noch vor einer Woche, am 2. Januar, lag die Inzidenz lediglich bei 264,8.

Seit Samstag warnt das RKI nicht mehr, dass die Daten ein "unvollständiges Bild der epidemiologischen Lage" ergäben. Die zahlreichen Nachmeldungen und Neuinfektionen reißen Berlins Inzidenzen in die Höhe – im aktuellen Lagebericht liegen die genauen Meldungen aus allen Bezirken vor. Inzwischen gehen die Zahlen nicht mehr nur auf Nachmeldungen, sondern offenbar auch auf die starke Ausbreitung der ansteckenderen Omikron-Variante  zurück, wie Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) im "Tagesspiegel"-Interview erläuterte.Surftipp: Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online

Besonders die jungen Berliner sind infiziert

Besonders die Jüngeren infizieren sich in Berlin derzeit: Die höchsten Fallzahlen sind in der Gruppe der 20- bis 24-Jährigen (Inzidenz 1397,8) zu vermelden, danach folgen die 15- bis 19-Jährigen und die 25- bis 29-Jährigen. Auch bei den 10- bis 14-Jährigen wird eine Inzidenz von 1149,5 gemeldet.

  •  "Relativ klares Bild" zur Lage: Bremen hat die höchste Inzidenz, ist aber allen einen Schritt voraus 

Die wenigsten Infektionen gibt es derzeit in der Risikogruppe ab 60 bis über 90. Hier pendeln die Inzidenzen zwischen 130 und 290 – ein großer Unterschied zu der jüngeren Altersgruppe. 18,7 Prozent der Intensivbetten in der Haupstadt sind derzeit von Covid-Patienten belegt, die Hospitalisierungsinzidenz liegt bei 4,1, also knapp im gelben Bereich.

 

Testkapazitäten am Limit – stundenlange Wartezeiten

Angesichts der rasant steigenden Inzidenzwerte hat der Andrang in den Berliner Testzentren enorm zugenommen. Der "rbb24" berichtet von stundenlangen Wartezeiten in den besonders betroffenen Bezirken Neukölln und Friedrichhain-Kreuzberg. Das Personal reiche nicht aus, die Wartezeiten betragen bis zu vier Stunden. Zum Teil sollen Menschen mit Husten oder Fieber weggeschickt worden sein, berichten andere. Denkbar seien nun eine Ausweitung der Öffnungszeiten, mehr Personal oder auch eine Beauftragung privater Testzentren, heißt es von der Senatsverwaltung.

Giffey hält Lage trotz allem für beherrschbar

Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hält die Corona-Lage trotzdem für beherrschbar. "Das System steht momentan nicht vor dem Zusammenbruch", sagte sie dem "Tagesspiegel". Sie treffe derzeit aber alle Vorbereitungen falls die kritische Infrastruktur wegen Omikron zusammenbreche.

John Macdougall/AFP Pool/dpa Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) spricht bei einer Pressekonferenz.  

Berlin habe in der vergangenen Woche das vorläufige Booster-Ziel von 40 Prozent geknackt. 72 Prozent sind vollständig geimpft. "Das Problem sind nach wie vor die Erstimpfungen, da geht es langsamer voran. Wir wollen bis Ende des Monats auf 80 Prozent kommen", so Giffey. 75,6 Prozent der Berliner haben derzeit mindestens eine Impfdosis erhalten.

 

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