Gesundheit

COVID-19: Schmerzmittel wie Paracetamol und Co können Impfschutz reduzieren – Heilpraxis

Auswirkungen von Schmerzmitteln auf Corona-Impfung?

Wenn Menschen gegen COVID-19 geimpft werden, kann dies durchaus unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringen. Sollten betroffene Personen in einem solchen Fall die auftretenden Nebenwirkungen frühzeitig mit der Hilfe von Schmerzmitteln bekämpfen, scheint dies laut neusten Erkenntnissen den Impfschutz zu reduzieren.

Im Januar hatte das Robert Koch-Institut (RKI) zum Thema Schutzimpfung noch ein Aufklärungsblatt herausgegeben, in dem eine Verwendung von Paracetamol bei Fieber und Schmerzen nach der Impfung ausdrücklich empfohlen wird. Die neusten Erkenntnisse deuten aber nun darauf hin, dass eine frühzeitige Einnahme von Schmerzmitteln den Impfschutz beeinflussen könnte.

Wie verbreitet ist Einnahme von Schmerzmittel nach Impfung?

Da rezeptfreie Fiebermittel in vielen Ländern auf der Welt weitverbreitet erhältlich sind gaben die Forschenden der University of British Columbia in Vancouver in dem englischsprachigen Fachblatt „Chest“ zu bedenken, dass solche Mittel wahrscheinlich auch von Millionen von Menschen verwendet werden, um akut auftretende systemische Nebenwirkungen zu reduzieren, welche durch eine Impfung gegen COVID-19 auftreten können.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass Schmerzmittel den Impfschutz reduzieren könnten, falls sie vor oder direkt nach einer Impfung eingenommen werden. Die Schmerzmittel seien in der Lage die natürliche Impfreaktion zu unterdrücken. Die Auswirkungen scheinen nicht nur für eine Impfung gegen COVID-19 zu gelten, sondern auch für Impfungen gegen andere Erkrankungen.

Paracetamol reduzierte Maß an Antikörpern

Im englischsprachigen Fachjournal „The Lancet“ wurde in einer Untersuchung zu diesem Thema beispielsweise bereits vor einigen Jahren darüber berichtet, dass die Verwendung von Paracetamol zur Vorbeugung von Nebenwirkungen bei der Impfung von Kindern, den sogenannten Antikörpertiter (ein Maß für die Anzahl bestimmter vorhandener Antikörper im Blut) reduziert.

Schmerzmittel vor Impfung schwächte Immunantwort ab

Eine Studie aus dem Jahr 2014, veröffentlicht im Fachblatt „Plos One“, zeigte ähnliche Auswirkungen bei Erwachsenen. Bei der Forschungsarbeit wurde festgestellt, dass die Einnahme von Paracetamol mindestens sechs Stunden nach einer Impfung nicht negativ auf die Immunantwort wirkte. Wurde das Schmerzmittel allerdings direkt nach der Impfung eingenommen, war dies jedoch mit einer abgeschwächten Immunantwort verbunden.

Es gibt bisher allerdings noch keine belastbaren Untersuchungen, wie sich Schmerzmittel auf die Impfstoffe gegen COVID-19 und die Immunisierung auswirken, wenn sie vorbeugend eingenommen werden.
Bei einer Untersuchung des AstraZeneca-Impfstoffs, dessen Einsatz in Deutschland aktuell gestoppt wurde, konnte laut Ausasge der Forschenden zwar keine Beeinträchtigung des Impfschutzes festgestellt werden, allerdings wurden hierzu bisher keine Daten veröffentlicht. Zudem bleibt offen, ob diese Aussage auch für Impfstoffe anderen Typs zutrifft. Die Unternehmen Biontech und Pfizer haben zu den Auswirkungen auf die Immunogenität bisher keinen Angaben gemacht.

Empfehlungen der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Centers for Disease Control und Prevention in den USA empfehlen auch bei anderen Impfungen auf fiebersenkende und schmerzlindernde Arzneien wie Aspirin oder Paracetamol zu verzichten, auch wenn eine negative Wirkung auf den Impfschutz nicht immer konkret nachgewiesen ist. So scheint auch bei den Corona-Impfungen eine Zurükchaltung mit der Einnahme entsprechender Arneien angebracht. (as)

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