Gesundheit

Leberwerte bei übergewichtigen Kinder kontrollieren – Heilpraxis

Regelmäßige Kontrolle der Leberwerte schon bei Kindern?

Viele Menschen haben schlechte Leberwerte, ohne davon zu wissen. Die Ursachen können vielfältig sein und die langfristigen Folgen fatal. Umso kritischer ist es, wenn bereits im Kindesalter erhöhte Leberwerte vorliegen. Da insbesondere übergewichtige Kinder hier verstärkt gefährdet sind, sollte deren Lebergesundheit regelmäßig kontrolliert werden, berichtet der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

In den letzten 30 Jahren haben der westliche Ernährungsstil, der reich an fett- und fruktosehaltigen Speisen ist sowie überwiegend aus Fertigprodukten besteht, und Übergewicht und Bewegungsmangel bei Kindern zu einer Zunahme der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen (non-alcoholic fatty liver disease: NAFLD) um 50 Prozent geführt, so der BVKJ in einer aktuellen Pressemitteilung. In den USA werde daher schon seit 2007 dazu geraten, bei Kindern mit deutlichem Übergewicht auch regelmäßig die Lebergesundheit zu überprüfen.

Erhöhte Leberwerte ein Warnzeichen

„Sind die Leberwerte immer wieder erhöht, kann dies ein Warnzeichen für eine Fettlebererkrankung sein. Gezielte Diätmaßnahmen, Steigerung der körperlichen Aktivität und evtl. auch Medikamente können dann helfen, dass die Erkrankung nicht weiter voranschreitet“, betont Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums beim BVKJ.

Ohne Gegenmaßnahmen drohen den Heranwachsenden bei einer NAFLD „längerfristige Leberschäden und eine Leberzirrhose (Schrumpfleber), die sogar im Endstadium eine Lebertransplantation notwendig machen kann“, warnt der BVKJ. Daher ist eine Behandlung dringend geboten, was jedoch voraussetzt, dass die Fettlebererkrankung als solche erkannt wird. Dies ist allerdings oftmals schwierig – sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern.

Fettleber anfangs meist symptomlos

„Problematisch ist, dass NAFLD meist kaum Beschwerden verursacht“, erläutert Professor Nentwich. Es gibt daher keine Hinweise auf eine vorliegende Beeinträchtigung der Leber. Symptome zeigen sich in der Regel erst, wenn die Leberverfettung weiter fortschreitet.

Dann leidet „das Kind unter chronischer Müdigkeit, starkem Juckreiz, können sich Haut und Augen gelb verfärben, zeichnen sich möglicherweise vergrößerte Blutgefäße sichtbar unter der Haut ab, kann sich ein ‚Wasserbauch‘ bilden und können Schmerzen im Oberbauch auftreten“, beschreibt Professor Nentwich mögliche Symptome im fortgeschrittenen Stadium.

Falsche Ernährung als Ursache

Zu den Ursachen der Leberverfettung erläutert der BVKJ, dass ein hoher Konsum von Produkten bestehend aus niedrigen einfachen Kohlenhydraten (wie zum Beispiel Weißmehlprodukte), Fruktose (zum Beispiel in Limonade) und Glukose (zum Beispiel in Süßigkeiten) der Lebergesundheit schade. „Gesüßte Getränke, Junk-Food, Pizza, Cracker, Chips und Snacks gehören zu dieser ungesunden Ernährungsform“, berichten die Experten. Da vermutlich auch die Darmflora und genetische Faktoren mit Einfluss auf die Entwicklung einer NAFDL haben, sei von einem multimodalen Geschehen auszugehen.

Insgesamt kommt demnach der ausgewogenen, gesunden Ernährung im Kindesalter auch bei der Prävention von Leberschäden eine hohe Bedeutung zu und bei übergewichtigen Kindern sollte angesichts der drohenden Leberschäden die Lebergesundheit regelmäßig überprüft werden. (fp)

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