Gesundheit

Neue Zielmarke: Online-Rechner zeigt, wann Ihr Bundesland die 35er-Inzidenz erreicht

Die Verlängerung des Lockdowns ist beschlossen – vor allem, um zu verhindern, dass sich die hochansteckenden Virus-Mutationen drastisch ausbreiten. Allerdings stellten die Länderchefs und Kanzlerin Angela Merkel auch Öffnungen in Aussicht: Während Friseure sicher am 1. März sollen öffnen dürfen, hängt das bei Geschäften von der jeweiligen 7-Tage-Inzidenz vor Ort ab. Sobald die für drei bis fünf Tage stabil bei maximal 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern liegt, sollen Öffnungen aber auch im Einzelhandel wieder möglich sein, sagte die Kanzlerin.

Unklar ist bisher, ob diese Regel pro Landkreis oder pro Bundesland gelten soll. Bund und Länder wollen das noch abstimmen. Einige Landkreise haben die Marke bereits erreicht, viele Bundesländer sind davon bisher allerdings noch weit entfernt.

Online-Rechner zeigt, wann Zielmarke von 35 erreicht werden kann

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wann in Ihrer Region die Zielmarke erreicht werden könnte, ist der Online-Rechner des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi) hilfreich. Dieser fasst verschiedene Parameter wie die aktuelle lokale Inzidenz und den R-Wert zusammen und gibt eine Prognose, wie sich die Infektionszahlen auf Basis dieser aktuellen Werte künftig weiterentwickeln könnten.

Zum Rechner geht es hier.

Hinweis: Die Berechnungen beziehen sich auf das aktuelle Infektionsgeschehen und gehen somit vom gegenwärtigen R-Wert und der gegenwärtigen Inzidenz aus. Sobald sich die Werte verändern, verschiebt sich auch das Datum, an dem die Zielmarke erreicht wird. Damit stellt der Rechner also keine Garantie dar, sondern bietet lediglich einen Richtwert.

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In diesen Bundesländern könnten bald Lockerungen kommen

Spitzenreiter unter den Bundesländern ist im Augenblick Rheinland-Pfalz. Das Bundesland verzeichnet aktuell eine 7-Tage-Inzidenz von 56 und einen R-Wert von 0,84. Nach Berechnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung könnte Rheinland-Pfalz damit am 24.02.2021 als erstes deutsches Bundesland die 35er-Marke unterschreiten.

An zweiter Stelle folgt Brandenburg. Dort liegt die 7-Tage-Inzidenz mit 79 zwar noch deutlich von der 35 entfernt – das Bundesland weist aber mit 0,78 den geringsten R-Wert im Deutschland-Vergleich auf. Brandenburg könnte somit nur zwei Tage später, am 26.02.2021, die Marke erreichen.

Nur einen Tag später könnten dann Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg folgen. Mit einer Inzidenz von 79 und einem R-Wert von 0,86, beziehungsweise 56 und 0,87 könnten die Länder ab dem 27.02.2021 neue Lockerungen beschließen.  
 
 

Als letztes würde nach den aktuellen Daten Bremen die 7-Tage-Inzidenz von 35 erreichen. Bei einem R-Wert von 0,99 stecken dort derzeit 100 Infizierte weitere 99 an. Die aktuelle Inzidenz von 69 könnte somit erst am 02.11.2021 auf 35 gedrückt werden.

Da es sich bei den Werten jedoch um Momentaufnahmen des aktuellen Pandemiegeschehens handelt, könnte sich sowohl die Reihenfolge der Bundesländer als auch das jeweilige Datum noch verändern.

Welche Landkreise bereits unter der 35er-Marke liegen und welche bald folgen könnten, lesen Sie in der großen Übersicht für alle Bundesländer.

Pandemie-Parameter: 6 Werte, um das Infektionsgeschehen zu verstehen

Um zu bestimmen, welche Region die Zielmarke zuerst erreicht, kommt es also nicht nur auf die gegenwärtige Inzidenz an. Auch der R-Wert spielt dabei eine Rolle.

Um das Infektionsgeschehen zu beurteilen, betrachten Experten generell sechs verschiedene Parameter:

1. 7-Tages-Inzidenz

Die 7-Tages-Inzidenz meint die Anzahl der neugemeldeten Infektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner. Die absolute Zahl der Neuinfektionen wird also in Relation gesetzt zur Einwohnerzahl einer Stadt oder eines Kreises. Dadurch wird das Infektionsgeschehen deutschlandweit besser miteinander vergleichbar.

Politik im Check: [email protected] – User-Frage: Warum liegt der neue Corona-Grenzwert plötzlich bei 35 statt 50? 

2. Reproduktionszahl oder R-Wert

Die Reproduktionszahl ist für die Einschätzung der Pandemie mindestens genauso entscheidend. Über die Zahl der Neuinfektionen an einem bestimmten Tag hinaus gibt er an, wie sich die Ansteckungen im Zeitverlauf künftig weiter entwickeln werden. Je niedriger der R-Wert dabei, desto besser.

Denn: Der Wert zeigt, wie viele andere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Ist es weniger als eine Person, geht das Infektionsgeschehen tendenziell zurück. Liegt der Wert oberhalb von eins, steigt die Zahl der Ansteckungen. Die Pandemie verschärft sich.  
 
 

3. Dunkelziffer

Die Dunkelziffer meint die Zahl der Menschen, die zwar mit dem Coronavirus infiziert sind, davon aber nichts wissen und in der Meldestatistik nicht auftauchen. Sie sind in der Regel symptomlos oder zeigen nur so milde Krankheitszeichen, dass sie nicht zum Arzt gehen und einen Corona-Test durchführen lassen.

4. Positivenquote oder Positivrate

Anschließend an die Dunkelziffer-Diskussion ist auch die Positivenquote für die Einschätzung der Zahlen relevant. Sie gibt den Anteil der positiven Testergebnisse an der Gesamtzahl der durchgeführten Tests an.

5. Auslastung der Intensivstationen oder DIVI-Zahlen

Das Ziel der aktuellen Corona-Maßnahmen ist es, vor allem Risikopatienten zu schützen. Damit sie im Fall einer Infektion die beste medizinische Behandlung erhalten können, gehört die Auslastung der Intensivstationen in den Krankenhäusern ebenfalls zu den Parametern, die zur Einschätzung der Pandemie wichtig sind.

Erfasst wird sie seit dem Frühjahr 2020 im sogenannten „Divi“-Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Er gibt einen tagesaktuellen Überblick darüber, in welchen Kliniken wie viele Kapazitäten auf Intensivstationen zur Verfügung stehen.

Surftipp: Corona-Debatte im Live-Ticker – Coronainfektionen rückläufig: Spahn und Wieler äußern sich zur aktuellen Situation

6. Dispersionsfaktor oder k-Faktor

Für die Ausbreitung des Coronavirus relevant ist zudem der sogenannte Dispersionsfaktor k. Er beschreibt, wie ausgeprägt Covid-19-Cluster sind. Je kleiner der Wert, desto mehr Ansteckungen gehen auf nur eine geringe Zahl an Infizierten zurück. Beim Coronavirus scheint k nach bisherigem Stand niedriger zu sein als bei bereits bekannten Erregern.

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